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Fidschi Inseln / Fiji Islands (2)
[Reise- und Erfahrungsbericht]

So verbrachte meine erste Nacht auf Fidschi in einem der unzähligen Backpackhostels, die es dort gibt. Backpackhostels sind in Deutschland erst langsam im kommen, bisher gibt es nur recht wenige in großen Städten, im englischen Sprachraum ist es die gängige Art unterzukommen. Man muß sich das Ganze wie eine anarchistische Jugendherberge vorstellen: gemischte Zimmer, rauchen und Alkohol erlaubt, keine Nachtruhe. Und das ganze zu Jugendherbergspreisen und drunter. Die Preise richten sich danach, wie viele Leute auf einem Zimmer sind, ob Mahlzeiten mit inbegriffen sind, mitunter auch, ob eine Klimaanlage vorhanden ist. Normalerweise kann man auf der Hauptinsel Viti Levu mit Preisen um die 7 - 10 € die Nacht rechnen. Das Schöne ist, daß viele Hotels neben Doppel- und Dreierzimmern auch die Kategorie "Dormitory" zu oben genannten Preisen anbieten. In den günstigeren Hostels sollte man in punkto Sauberkeit nicht mit deutschen Maßstäben rechnen; wenn ein Gast abreist und sein Bettzeug noch sauber aussieht, wird das Laken wieder straff gezogen - für den nächsten Gast. Also ist es besser, wenn man nicht genau drüber nachdenkt.

Fidschi Bergdorf  
Hostels sind aber nicht nur zum schlafen da, sondern der Ort, an dem man am besten mit anderen Backpackern, vornehmlich zwischen 20 und 30, in Kontakt kommt. Zum abendlichen Bier (Fiji Bitter sei hier zu empfehlen - auch mehrere Flaschen verursachen am nächsten Tag trotz Hitze keinen Brummschädel) kann man sich meist zu Gruppen mit einem freundlichen "can I have a seat" dazusetzen. Die meisten anderen kommen aus englischsprachigen Ländern, Großbritannien und Irland stellt die größte Gruppe, einige Australier und Kanadier sind auch da. Aus dem restlichen Europa sind kaum Leute vor Ort; ich habe zum ersten mal wieder deutsch nach 10 Tagen mit einem Schweizer gesprochen.

Die Kava Zeremonie

Kaum hatte ich am ersten Abend meine Sachen im Dorm untergebracht, mir an der Theke das erste Bier geholt, schon wurde ich im Hostel mit dem Nationalbrauch Fidschis vertraut gemacht: der Kava Zeremonie. Kava, das ist ein Pulver, was aus getrockneten Wurzeln der Yaquonapflanze gewonnen wird. In einer großen Holzschüssel wird es mit Wasser zu einer cappucinofarbenen Flüssigkeit angerührt, danach bekommt jeder der drumherum Sitzenden reihum aus einer Kokosschale davon zu trinken. Das geht dann wie folgt: man bekommt die Schale gereicht, sagt "bula", klatscht zweimal in die Hände, trinkt die Schale in einem Zug aus, klatscht abermals in die Hände und sagt dann "mazza". "Bula" (sprich "bulla"; eher kriegerisch als zart) ist übrigens der fidschianische Gruß und hat ansonsten eine positiv verstärkende Bedeutung, so heißt "vinaka" Danke, entsprechend ist "bula vinaka" dankeschön oder vielen Dank. Die Eigenart der Kava ist, daß sie kaum einen Eigengeschmack besitzt, dafür aber eine betäubende Wirkung auf Lippen und Zunge, ähnlich einer Injektion beim Zahnarzt.

Inseltouren

In dem Hostel lernte ich zwei Waliser und einen Engländer kennen, mit denen ich zu einer siebentägigen Inseltour startete. Fidschi besteht aus rund 800 Inseln, von denen etwas über 100 bewohnt sind. Es gibt die verschiedensten Anbieter für Inseltouren und verschiedenste Möglichkeiten, dort hin zu gelangen, sei es mit normalen Booten, Schnellbooten, Flugzeugen oder mit Helikoptern - es ist lediglich eine Frage des Geldes. Meist werden einem Paketangebote für solche Touren gemacht, die man dann in den Hostels buchen kann. Für Inseltouren gilt: im Vorraus buchen. Es gibt zwar einen Boots-Pass, mit dem man mit einem Bootsanbieter die verschiedenen Inseln abfahren kann, allerdings wollen die Hostels und Resorts auf den Inseln vorher informiert werden, auf gut Glück vorbeizukommen ist riskant.

 

Fidschi Berglandschaft Eine Übernachtung in der einfachsten Klasse auf einer Insel kostet zwischen 25 - 40 €, meistens gehören drei Mahlzeiten dazu. Für eine sieben Tage Tour sollte man zwischen zwischen 250 - 400 € einplanen, in denen Übernachtungen und Transfers enthalten sind. Die Hostels auf der Hauptinsel verfügen meist über Buchungszentralen und bekommen ca. 20% Provision. Man kann vielleicht etwas sparen, wenn man nicht dort, sondern über Internet oder sonstwie direkt bucht.
Bei den Inseln ist für jeden Geschmack etwas dabei, sei es ein Party-Island oder eher eine ruhige, naturbelassene Gegend.

Wer es eher ruhig mag, dem sei die nördliche Yasawa Gruppe empfohlen: naturbelassene Inseln und in den Hostels nur wenige Gäste. Beachcomber und Robinson Crusoe Island hingegen sind die Partyinseln der Südsee. Die meisten Inseln haben ein Tagesprogramm, an dem man kostenlos teilnehmen kann, es gibt verschiedenste Möglichkeiten Sport zu machen, Schnorcheln ist auf Robinson Crusoe umsonst (unbedingt machen! ist wie fliegen im Korallenriff) und vielerorts werden Tauchkurse angeboten; Fidschi gilt als eines der besten Tauchgebiete weltweit.
Mit meinen drei Begleitern bin ich auf Robinson Crusoe, Mana Island und Beachcomber gewesen; wir haben dort eine Menge anderer Leute kennengelernt und sind dann als große Gruppe wieder auf die Hauptinsel zurückgekehrt. Auf den Inseln ist allabendlich Party angesagt; oft werden noch Kennenlernspiele veranstaltet, wo man sich bei einer Kavarunde vorstellen muß und der Blumencode Fidschis beschleunigt dabei so manche Bekanntschaft (Blume am linken Ohr = Single, Blume am rechten Ohr = vergeben). Das Preisniveau für Getränke entspricht in etwa dem, was man auch hier in Deutschland gewöhnt ist; entsprechend ist es gerade für die Engländer und Australier extrem billig dort. Wer in einer solchen Runde am Feiern ist, sollte folgendes beachten: wenn man ausgetrunken hat und sich ein neues Bier holen möchte, in die Runde fragen, wer auch eins haben will und mitbringen - kein Geld für das Mitgebrachte verlangen! Normal ist, daß reihum Runden spendiert werden, so muß jeder mal für alle zahlen und bekommt aber auch entsprechend. Eine nette, aber für uns Deutsche im ersten Moment ungewohnte Praxis.

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