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Fidschi Inseln / Fiji Islands
[Reise- und Erfahrungsbericht]

Break - Auszeit - weg von hier! Eines war mir klar zum Ende des letzten Jahres: mir reicht's erst einmal vorläufig. Permanent habe ich die gesamte Zeit durchgearbeitet, mein Studium organisiert, diverse Jobs erledigt und dann viel für andere geschafft - höchste Zeit, daß ich nun einmal an der Reihe war, mir selbst etwas Gutes zu tun. 2006 soll das Jahr mit meinem Diplom sein, das wird sicherlich stressig genug werden, also wollte ich vorher noch einmal die Akkus wiederaufladen. Vier Wochen Urlaub wollte ich mir gönnen, vier Wochen weg, aber bloß wohin? Vier Wochen Interrail durch Europa? Jugendherbergen abklappern, in Zügen pennen, Schokoriegel zum Frühstück, alle fünf Tage mal duschen; nein, das hatte ich während meiner Schulzeit schon einmal gemacht, diesmal sollte irgendwie was mit einem Flieger drin sein, ein paar tausend Kilometer Distanz, möglichst keine Emailanbindung, einfach weg und nicht mehr greifbar sein. Ein bißchen Exotik wäre vielleicht auch nicht schlecht, lediglich ein Rucksack auf dem Rücken, unabhängig und gewollt aufgeschmissen sein. Arabien, Vietnam, Thailand ... vielleicht alles doch ein bißchen zu viel für den Anfang.

Fidschi Strand  
Ozeanien, Südsee? Weiß irgendein Mensch was genaueres über diese Gegend? Neben Australien und Neuseeland gibt es mitten im Pazifik eine ganze Menge anderer Zwergstaaten die irgendwie in dem großen Teich verteilt sind. Da wäre zum Beispiel Samoa, das zu Kaisers Zeiten einmal deutsche Kolonie gewesen ist; da ist Tonga, ein 100.000 Einwohner zählendes Königreich und eine der letzten Monarchien dieser Welt; da ist Tuvalu, das in ca. 50 Jahren im Meer versinken wird, weshalb die gesamte Bevölkerung (11.000) nach Neuseeland emigrieren darf und das jährlich riesige Lizenzgebühren für seine Internetkennung (.tv) kassiert. Und dann ist da noch Fidschi (Fiji), der mit 800.000 Einwohnern Größte dieser Staaten.

Anreise und Flug

Der internationale Flughafen von Fiji ist Nadi (internationale Kurzform: NAN) und befindet sich im Westen der 200 km breiten Hauptinsel Viti Levu. In der 200.000 Einwohner Hauptstadt Suva befindet sich ebenfalls ein Airport, der allerdings weniger von internationalen Linien angeflogen wird. Nadi wird von Australien, Neuseeland und den USA (Los Angeles) direkt angeflogen. Für einen Europäer, der auf direkten Wege nach Fidschi möchte, empfiehlt es sich, Korean Airlines zu benutzen; die Route geht dann von Frankfurt über Seoul nach Fidschi, die Kosten lagen 2005 bei rund 900 € hin und zurück für diese Strecke. Allerdings sollte man lange im Vorraus buchen, da man sonst keine Plätze mehr bekommt. Weil bei mir alles ein bißchen kurzfristiger war, gingen meine Flüge von Frankfurt mit China Airlines über Taipeh/Taiwan (über 10 Stunden Aufenthalt mit kostenloser Stadtrundfahrt) nach Sydney und von dort dann mit Air Pacific nach Fiji. Diese Verbindung war zwar etwas teurer, dafür hatte ich einen Tag Aufenthalt in Sydney, was sehr interessant gewesen ist.
Sydney im Frühjahr - eine unglaublich relaxte Großstadt, extrem sauber und sicher, überall freundliche Leute und ein liebenswerter "strange accent". Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal dort bleiben. Weiter gehts jetzt nach Fiji.

Die Ankunft

Das Erste, was ich bei meiner Anreise gelernt habe war, daß die Tage auf Fidschi recht kurz sind - von wegen lange laue Sommernächte, wie wir das hier gewöhnt sind; aufgrund der Äquatornähe ist ganzjährig um ca. 18 Uhr Sonnenuntergang. Dafür bleibt es allerdings die Nacht hindurch schön warm und es kühlt nicht ab. Nächste Feststellung nach Passkontrolle und Währungstausch: die Fidschianer sind sehr geschäftstüchtig.

Urwald auf Fidschi - Kurzer Einschub: zur Einreise nach Fidschi wird ein gültiger Reisepass sowie ein Rückflugticket benötigt. Bei der Ausreise wird eine Ausreisegebühr von ca. 15 € erhoben, die normalerweise schon im Preis des Rückflugtickets enthalten ist. Die Währung auf den Fidschis sind Fiji Dollar (FJ$), der Kurs ist ca. 1 FJ$ = 0,5 €. Die Währung ist nur auf Fiji erhältlich, also zum Tauschen Australische Dollar mitbringen; Kreditkarten werden fast überall akzeptiert und man kann damit gegen eine Gebühr von ca. 5 € auch an Geldautomaten abheben. -

Zurück zu den geschäftstüchtigen Fidschianern: da ich natürlich nichts gebucht hatte und nun lediglich mit meinem 35 Liter fassenden Rucksack da stand (Meinung: wenn ich ankomme, dann such' ich mir da was, wird sich schon was finden), war ich das perfekte Opfer für die Dame vom Tourismusservice, die mich kurzerhand an ein Backpackerhostel weitervermittelte, was schon mit seinem Kleinbus vor Ort war, um die frische Beute einzusammeln. Freier Transfer zum Hostel, was ca. 5 € die Nacht kostete und direkt am (veralgten) Strand gelegen war - für jemanden, der frisch aus dem Flieger steigt und 3 Tage unterwegs gewesen ist, war das in Ordnung. Landessprache ist übrigens Englisch, Fidschi ist seit 1970 unabhängig von Großbritannien und Mitglied im Commonwealth of Nations; die Queen ist als Staatsoberhaupt auf der Rückseite der Banknoten stets präsent und auch der nervige Linksverkehr erinnert stetig an die ehemalige Kolonialmacht. Ansonsten ist Fidschi mehr unter australischem Einfluß: für Elektrogeräte braucht man den gleichen Adapter, wie man ihn in Australien benötigt und Fidschi hat ebenfalls wie Australien das metrische Maßsystem und nicht die mittelalterlichen Meilen, Fahrenheit, Gallonen etc.

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